01 Vientiane

Tag 1: Vientiane

Wegen der sechsstündigen Zeitverschiebung sind wir bereits um 6:30 Uhr hellwach, also ziehen wir schon früh los, um in der Stadt ein nettes Frühstückscafe zu finden und tatsächlich lassen sich hier zahlreiche Coffeeshops, Patisserien und Confiserien finden. Die französische Kolonialgeschichte hat hier offenbar ihre Spuren hinterlassen. Wir entscheiden uns für die Scandinavian Bakery am zentralen Marktplatz Nam Phou, die ein hervorragendes Frühstück in netter Atmosphäre anbietet. Zuvor müssen wir uns jedoch erstmal am ATM Bargeld beschaffen. Wir ziehen 700.000 KIP, mit denen kurzzeitig geradezu ein Gefühl plötzlichen Reichtums aufkommt… der sich allerdings schon beim Bezahlen in der Bäckerei relativiert, denn der Betrag entspricht gerade einmal 70 EUR, von denen wir angesichts unseres großen Hungers nun schon fast 30% ausgegeben haben. Aber das leckere Frühstück war es wert!

Mit vollem Magen machen wir uns gegen 10 Uhr zu einem Spaziergang durch die Stadt auf. Angesichts des eher kleinen Städtchens lässt sich die Stadt sehr gut zu Fuß erkunden und wir passieren auf unserem Weg unzählige, sehr hübsche Tempelanlagen, bei denen insbesondere die mehrschichtige Dacharchitektur auffallen. Auffallen tun offenbar auch wir, bzw. sind es vor allem Lisas winterweißen Beine, die für große Aufmerksamkeit sorgen. Offenbar hiervon sehr angetan, stupsen sich immer wieder Laotinnen mit ihren Kleinkindern an, um darauf aufmerksam zu machen. Ansonsten sind die Menschen hier auffallend nett und scheinen sich geradezu geschmeichelt zu fühlen, wenn man darum bittet, ein Foto von ihnen machen zu dürfen.

Chao Anouvong Statue

Unser Weg führt uns zur Promenade des Mekong-Ufers, die jedoch eher enttäuschend ausfällt. Als wir gerade im Chao Anouvong Park sind und ein paar Fotos der Statue des gleichnamigen letzten Königs machen, fängt es auch noch an zu regnen, so dass wir nur noch schnell einen Blick auf den gegenüberliegenden Präsidentenpalast werfen und dann zur Shopping Mall (Morning Market) weiter ziehen, die einige Straßen weiter liegt. Obwohl ich generell sehr shopping-addicted bin, kommt hier nicht gerade ein Kaufrausch auf. Das Interieur sehr spröde-asiatisch, geradezu entwicklungsländisch und von Neonlicht durchdrungen. Daher verlassen wir diesen Ort recht schnell wieder und freuen uns über die nun zunehmende SONNE.

Präsidentenpalast

Zielstrebig gehen wir weiter zum Putuxai, dem laotischen Siegestor. Der Triumphbogen französischen Vorbildes hat architektonisch Gott sei Dank absolute Eigenständigkeit und ähnelt seinem  Pariser Namensvetter nicht wirklich… Für jeweils 3000 KIP (=30 Euro-Cents) dürfen wir die drei Ebenen des Tores erklimmen und die Aussicht von oben auf Vientiane genießen, die allerdings auch nicht sooo spektakulär ist, da die laotische Hauptstadt mit ihren 200.000 Einwohnern von insg. 7 Mio. Laoten nichts vom Hocker Reißendes in ihrer Skyline aufzubieten hat. Trotzdem hat sich der Ausflug hierher gelohnt, weil der Triumpfbogen schon sehr individuell aussieht. Und während wir uns also den Bogen noch von allen Seiten anschauen und fotografieren, interessieren sich die Laotinnen auch hier mehr für Lisas weißen Beine.

„Lass uns das schöne Wetter nutzen und einen Ausflug machen“, sagt Lisa und so beschließen wir, zunächst zur Friendship-Bridge nach Nong Khai (THAI) zu fahren. Mit der Linie 14 fahren wir vom Busbahnhof in Richtung Thailand, um vor Ort festzustellen, dass sich von hier gar keine Brücke sehen lässt, sondern nur einen profanen Grenzübergang.

Vom klimatisierten Luxusbus 14, in dem wir ein lustiges Gespräch auf deutsch mit einer Laotin hatten, die 20 Jahre in Köln gelebt hat und deren Kinder in Köln und Berlin leben, steigen wir um in den unklimatisierten Minibus der Linie 14 bis Xiang Khouane-Garden (Buddha-Park), 26km von der Hauptstadt entfernt in einem Wald direkt am Mekong. Trotz der Dreiviertelstunde Wartezeit vor Abfahrt und der extrem beschwerlichen etwa 2000 KIP (=20 Cent) teuren Minibus-Fahrt über eine bumpy road hat sich dieser Ausflug doch definitiv gelohnt!!! Wir finden eine wunderschöne Parkanlage mit außergewöhnlichen und zuvor noch nicht gesehenen Buddha-Figuren und anderen Steinmetzarbeiten in groß und klein vor. Eine Baumhöhle lässt sich zudem mithilfe von Innentreppen erklimmen, so dass wir von hier oben mit einen wunderbare Draufschau auf das Figurenensemble belohnt werden.

Als wir gegen 17 Uhr zur staubigen Hauptstraße zurückkehren, um einen Bus für den Rückweg anzuhalten, warten wir vergeblich und die Hoffnung, dass noch ein öffentliches Verkehrsmittel vorbeikommt, schwindet immer mehr. Nach mehr als einer halben Stunde im Staub spricht Lisa  spontan ein Touri-Pärchen an, das mit einem Wagen und Fahrer hier ist. Wir haben Glück und für einen kleinen Obolus an den Fahrer bekommen wir eine extrem komfortable und klimatisierte Rückfahrt nach Vientiane-Zentrum – inklusive einem netten Gespräch mit unseren hosts: zwei  nette Rentner, er aus Montreal, sie aus Bordeaux, die nach jahrzehntelangem Arbeiten als Direktorin eines Krankenhauses in Guadeloupe nun auf mehrmonatiger Südostasien-Reise tourt.

Back in town meldet sich mein Magen immer lauter, so dass wir in einem gemütlichen Lokal namens Full Moon Café landen, wo ich ausgezeichnete Spareribs mit Pommes serviert bekommen…und natürlich wieder ein Beerlao large size. Nach dem langen heißen Tag ist dies ein entspannter Ort, um auch mal ein wenig zu chillen.

Wir beschließen, abschließend auch noch den sogenannten nicht-market am Flußufer zu besuchen, offenbar eine Mogelpackung, denn der Markt schließt bereits um 20 Uhr. Weil es nun auch wieder leicht zu regnen anfängt, kehren wir stattdessen in der Bar Nr. 2 ein, die „Dao Dar“, wo der Tag mit einem weiteren Beerlao den Tag abgeschlossen wird. Tag 1 – here you go: wonderful experience, lots of new impressions, meeting lovely people and already enjoying vacation-spirit at its best.

Morgen wird unser Flieger bereits um 09:15 Uhr in Richtung Luang Prabang abheben.

 

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